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Projektförderung/Teilprojekte der Stiftung nach Abschnitt 3 des Conterganstiftungsgesetzes
Vor dem Hintergrund, die Lebenssituation contergangeschädigter Menschen weiter zu verbessern, hat die Conterganstiftung in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 europaweit das "Forschungsprojekt zur Sicherstellung einer angemessenen und zukunftsorientierten Unterstützung der contergangeschädigten Menschen" ausgeschrieben. Es umfasst zwei Teilprojekte.
Projekt 1: Wiederholt durchzuführende Befragungen zu Problemen, speziellen Bedarfen und Versorgungsdefiziten contergangeschädigter Menschen
Nach umfassender Prüfung der eingegangenen Angebote erteilte der Vorstand der Conterganstiftung für behinderte Menschen Mitte Juni 2010 der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg den Zuschlag. Das Projekt beginnt am 01.09.2010 und endet am 31.08.2012.
Gegenstand des Auftrags an die Uni Heidelberg ist die systematische Erfassung bereits vorhandener sowie künftig auftretender spezifischer Probleme, Bedarfe und Versorgungsdefizite der contergangeschädigten Menschen, um rechtzeitig geeignete und nachhaltige Unterstützungsmaßnahmen anbieten bzw. entwickeln zu können. Das Projekt umfasst die Erfassung des "Ist-Zustands", d. h. die Erfassung von Daten nach sozioökonomischen, körperlichen, psychologischen und räumlichen (Umfeld)- Merkmalen und soll zugleich Auskunft geben über objektiv erfassbare und subjektiv empfundene Probleme, Bedarfe und Versorgungsdefizite.
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Die Laufzeit bzw. die Ersterhebung mit Evaluation soll in einem Zeitraum von maximal 24 Monaten durchgeführt werden. Jeweils nach Abschluss eines Erhebungszeitraumes ist ein wissenschaftlicher Bericht mit Vorschlägen für geeignete Unterstützungsmöglichkeiten vorzulegen.
Der Verlauf des Projekts wird, beginnend von der Auswahl des Projektnehmers bis hin zur Abnahme der Handlungsempfehlungen, von dem durch den Vorstand der Conterganstiftung für behinderte Menschen berufenen Forschungsbeirat begleitet.
Hauptelement des Auftrags ist die Befragung der contergangeschädigten Menschen. Das Untersuchungsdesign erfolgt in enger Abstimmung mit der Conterganstiftung als Auftraggeber und dem Forschungsbeirat.
Zwischenergebnisse werden dem Forschungsbeirat quartalsweise vorgestellt. Zudem werden die Betroffenen selbst über den Stand des Projektverlaufs unterrichtet.
Projekt 2: Aufbau eines elektronisch gestützten Informations- und Beratungsnetzwerks rund um das Thema Contergan- bzw. Thalidomidschädigung für unterschiedliche Nutzergruppen (z.B. Betroffene, Wissenschaftler, Mediziner usw.)
Gegenstand des Auftrags ist der Aufbau, die Pflege und die Betreuung eines elektronisch gestützten Informations- und Beratungsnetzwerks "Fragen und Antworten rund um das Thema Contergan und Thalidomidschädigung" als eigenständiges Internetportal. Es ist das erste Element eines anzustrebenden europaweiten Beratungs- und Informationsnetzwerks für die Betroffenen sowie für die mit der Thematik befassten Experten. Das Internetportal soll Anlaufstelle für contergan- und thalidomidgeschädigte Menschen sein, die sich schnell und umfassend über Leistungen, Dienstleistungen, Zuständigkeiten der Behörden und Einrichtungen informieren wollen. Es soll zudem den Informationsaustausch unter Betroffenen verbessern, den Wissenstransfer fördern und Forschungs- und sonstige Informationen schnell bereitstellen.
Der Auftrag konnte noch nicht vergeben werden, da die unterbreiteten Angebote nicht den Ansprüchen der Conterganstiftung entsprachen. Derzeit werden Alternativen geprüft.